 |
Ausgangslage / Aufgabenstellung |
 |
 |
|
|
 |
 |
 |
Realisation / Lösung |
 |
 |
| Nach den positiven Tests ließ WESTFLEISCH je zwei sechsachsige KUKA-Roboter KR 30 und KR 60 in die Produktionslinie integrieren. Sie sind durch Hygienehüllen vor Feuchtigkeit, Verunreinigung und Reinigungsmitteln geschützt. Neben den Robotern bilden ein 3D-Lasermesssystem und eine PC-Auswertesoftware, die beide von Banss stammen, sowie eine Conveyor-Software von KUKA die Schwerpunkte der Automationslösung.
Ein Hängeförderer fährt die Schlachttierkörper kontinuierlich mit einer Geschwindigkeit von 170 Millimeter pro Sekunde durch die Schlachtlinie. Weil die Roboter dieser Bewegung folgen müssen, werden sie durch die Conveyor-Software mit dem Förderer synchronisiert. Parallel dazu erstellt das dreidimensional arbeitende Lasermesssystem exakte Daten der gesamten Körperoberfläche der Tiere. Das ist nötig, da jedes Schwein unterschiedlich groß und schwer ist und weitere anatomische Merkmale aufweist. Die so ermittelten Koordinaten werden über die PC-Auswertesoftware, die für alle Schlachttierkörper individuelle Schnittdaten festlegt, an die Robotersteuerung übertragen. Die berechnet daraufhin die jeweiligen Roboterbahnen. Anschließend trennt der erste Roboter der Linie, ein mit einer Pfotendoppelzange ausgestatteter KR 30, den Schweinen an einer definierten Stelle die Vorderpfoten ab. Der zweite KR 30, der hängend unter der Decke montiert ist, löst mit einem Mastdarmfreischneider den Enddarm heraus. Nach einer erneuten 3D-Lasermessung folgt ein hängend installierter KR 60, der mit einem beilähnlichen Messer den Schlossknochen des jeweiligen Schweins bricht und dessen Bauchdecke leicht vorschneidet. Der zweite KR 60 öffnet Bauch und Brust des Schlachttiers mit einem Kreismesser. Dabei schneidet er das Brustbein immer komplett und präzise in der Mitte durch. |  |
|
 |
 |
 |
Systemkomponenten / Auftragsumfang |
 |
 |
- je zwei KUKA-Roboter KR 30 und KR 60
- PC-basierende KUKA-Robotersteuerungen einschließlich Control Panel mit vertrauter Windows-Oberfläche
- 3D-Lasermesssystem
- PC-Auswertesoftware
- Conveyor-Software
- Werkzeuge: Pfotendoppelzange, Mastdarmfreischneider, beilähnliches Messer, Kreismesser
- Roboterprogrammierung
- Hygienehüllen für die Roboter
- Hängeförderer
- Inbetriebnahme
Die Lieferung erfolgte durch die Banss Schlacht- und Fördertechnik GmbH, Biedenkopf. |  |
|
 |
 |
 |
Ergebnis/Erfolg |
 |
 |
Mehr Wirtschaftlichkeit
WESTFLEISCH konnte die Lohnkosten pro Schwein senken. Denn durch den Mastdarmfreischneider wird die Ausbeute an Därmen, verglichen mit manuellen Schnitten, um über fünf Prozent erhöht. Und weil man den meisten Kunden kein ganzes Brustbein mitliefern könnte, ist auch das mittige Teilen des Brustbeins, das nur die Roboter beherrschen, ein ökonomischer Vorteil. Abgesehen davon tragen die langen Serviceintervalle der Roboter - verglichen mit den in der Schlachtbranche üblichen Werten - zu einer spürbar verkürzten Amortisationszeit bei. Außerdem wurden die Standzeiten der Werkzeuge merklich erhöht. Sie liegen beim Mastdarmfreischneider bei mehr als 35.000 Schlachttierkörpern, bei der Pfotendoppelzange und dem Messer für den Schlossknochen bei gut 200.000 Schweinen. Selbst beim Kreismesser weist die Entwicklung schon eindeutig auf über 35.000 Tiere hin.
Hygiene verbessert
Die Roboter garantieren Keimfreiheit, weil sie ihre Werkzeuge nach jedem Prozessschritt mit 82 Grad heißem Wasser desinfizieren.
Während der laufenden Produktion automatisieren
Wegen ihres geringen Platzbedarfs und ihrer Flexibilität hinsichtlich der Montage, die am Boden, an der Decke und an der Wand möglich ist, konnten die Roboter während des laufenden Betriebs installiert werden. Also ohne Produktionsunterbrechung.
Hohe Verfügbarkeit
Die Roboter erreichen eine Verfügbarkeit von nahe 100 Prozent. Bei Wartungsintervallen von mehr als 10.000 Betriebsstunden. Außerdem beeinflussen sie die Verfügbarkeit der Gesamtanlage positiv. Denn das Schlachtband kann trotz Wartung eines Roboters weiterlaufen. Dessen Aufgabe übernimmt in dem Fall ein Mitarbeiter. Bei anderen Technologien wäre dies schwierig oder sogar undenkbar.
Arbeitsplätze erhalten
Durch die Automation verliert bei WESTFLEISCH niemand seinen Job. Das Unternehmen expandiert und benötigt die Mitarbeiter daher in anderen Bereichen. Abgesehen davon vermeidet WESTFLEISCH mit Hilfe der Automation, dass die Arbeitsplätze ins Ausland abwandern. |  |
|
 |
 |
|
|
 |
|