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Palettieren von Molkereiprodukten

   
Ausgangslage / Aufgabenstellung
Um die Palettierkapazität wesentlich zu erhöhen, plante TINE Meieriet Øst, verstärkt zu automatisieren. So wollte die Tochtergesellschaft der TINE BA, des größten norwegischen Herstellers von Molkereiprodukten, hinter einer TetraPak-Abfüllmaschine nicht mehr manuell palettieren. Zudem sollten ältere Systeme ersetzt werden. Für mehr Automation sprach auch das knappe Platzangebot. Als Lösung waren Knickarmroboter angedacht, die kurze Zykluszeiten, eine lange Reichweite, Wiederholgenauigkeit, Flexibilität, eine hohe Tragfähigkeit und ein sanftes Handling bieten.
Realisation / Lösung
Palettieren von Molkereiprodukten
Palettieren von Molkereiprodukten
TINE investierte in drei Palettierroboter KR 180 PA von KUKA, die zusammen in einer Woche 1.000 bis 1.200 Paletten beladen. Das entspricht zehn Ladungsträgern in der Stunde. Die Robotergreifer lassen sich jeweils als zwei zusätzliche Roboterachsen ansteuern. Durch die daraus resultierende Verstellbarkeit der Effektoren können alle Produkte der Abfülllinien gehandhabt werden. Die Knickarmroboter palettieren Milch-Softdrinks, H- und Frischmilch sowie Desserts.

Die Ware kommt auf sechs Röllchenbahnen aus der Produktion. Je zwei der Förderer laufen in eine Roboterzelle. Die KR 180 PA nehmen die beladenen Trays von »ihren« beiden Bahnen, indem sie mit den Gabeln zwischen die Röllchen greifen. Anschließend schichten sie die Erzeugnisse bis zu 1,3 Meter hoch sortenrein auf Europaletten, diese jeweils unter der betreffenden Röllchenbahn auf einem ebenerdig montierten Rollenförderer bereitliegen. Damit die Roboter eine hohe Stabilität erzielen, wechseln sie pro Lage das Stapelbild. Zudem fügen sie bei Bedarf Zwischenlagen ein.

Der in Roboterzelle 1 arbeitende KR 180 PA ist mit einem servoelektrischen Greifer ausgestattet, der seine Gabel unterschiedlich weit herausschieben kann. Dadurch ist es möglich, sowohl verschieden breite als auch in der Tiefe differierende Trays definiert abzusetzen. Die Gabeln der beiden anderen Greifer lassen sich nur in eine festgelegte Endstellung ausfahren. Alle drei Effektoren ziehen ihre Gabeln beim Absetzen unter der Last weg. Dabei drücken sie von oben mit einem Niederhalter auf die Ware, damit beispielsweise keine der hochkant zwischen den Produkten eingefügten Pappen herausragt. Die Greifer müssen die Niederhalter mit wechselndem Druck betätigen können. Sonst würde der Roboter Zusatzartikel, wie Löffel und Strohhalme, mit denen manche Erzeugnisse versehen sind, in die Verpackungen drücken und diese beschädigen.

Systemkomponenten / Auftragsumfang
  • drei KUKA-Palettierroboter KR 180 PA
  • drei PC-basierende KUKA-Robotersteuerungen einschließlich
  • Control Panel mit vertrauter Windows-Oberfläche
  • Vorbereitung der Robotersteuerungen auf ihre Integration in ein Produktionsplanungs- und Steuerungssystem
  • Greifer
  • Rollen- und Röllchenbahnen
  • Fördertechnik von den Abfülllinien in die Zellen
  • Roboterprogrammierung
  • Senkrechtförderer hinter der Abfüllmaschine der TetraPak-Linie
  • Sicherheitseinrichtungen
  • Wickelautomat
  • Inbetriebnahme


Lieferung durch KUKA Svetsanläggningar + Robotar AB, der schwedischen KUKA-Tochtergesellschaft.

Ergebnis/Erfolg
  • Leistung erheblich gesteigert

    TINE konnte seine Leistung durch die Umstellung um mehr als fünf Prozent steigern. Gleichzeitig wurden Personalkosten abgebaut, denn das Unternehmen benötigt im Drei-Schicht-Betrieb allein an der TetraPak-Linie sechs Werker weniger. Daher rechnet man mit einer kurzen Amortisationsphase.

  • Flexible Stapelbilder

    Die Greifer der Roboter ermöglichen flexible Stapelbilder. Beispiele dafür sind zweimal acht Trays längs und einmal acht quer in der ersten sowie zweimal acht Trays längs und einmal drei quer in der zweiten Roboterzelle. Um die Stapelbilder trotz der geforderten kurzen Taktzeiten variieren zu können, hat KUKA die Röllchenbahnen mit Einrichtungen zum Drehen und Vereinzeln ausgerüstet. So werden die acht in Zelle 2 gleichzeitig zu palettierenden Gebinde schon auf der Röllchenbahn um 45 Grad gewendet; die drei weiteren laufen ohne Drehung in ihre Endposition. Die Röllchenbahn stoppt und trennt diese Trays aber in Abständen, die das programmierte Stapelbild vorgibt.

  • Vorsprung durch den Palettierprofi

    Der Palettierprofi KR 180 PA, ein Vier-Achs-Roboter mit passiver fünfter Achse, garantiert durch seine anwendungsspezifische, FEM optimierte Kinematik besonders effiziente Palettierprozesse.

  • Sanftes Handling

    Für ein sanftes Handling lassen sich alle Bewegungen der Roboter genau programmieren. Beim Handhaben entsprechender Produkte startet der Roboter langsam und wird dann, wegen der vorgegebenen Zykluszeit, schneller. Zum Schluss stellt er die Ware wieder sanft ab.

  • Arbeitsplätze gesichert

    Wegen der KR 180 PA hat niemand seinen Arbeitsplatz verloren. Stattdessen sicherte das Wachstum neue Jobs im Unternehmen. Insofern akzeptieren die Werker die Roboter. Sie sind sogar froh, die langweilige und körperlich belastende Tätigkeit nicht mehr ausüben zu müssen.
Nummer des Berichtes
258
Branche
Nahrungs- und Genussmittel
Anwendung
Handling & be,-entladen
Palettieren
Verpacken und Kommissionieren
Sonstige Handhabungsoperationen
Produkt
Palettierer
KR C (Robot Controller)
Kunde
TINE Meieriet Øst, Brumunddal, Norwegen

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