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Entnahme aus einer Spritzgussmaschine

   
Ausgangslage / Aufgabenstellung
Knickarmroboter verdrängen bei Dynamit Nobel nach und nach die Lineargeräte. Auch als es darum ging, das Handling von Stoßfängern und Einschweißteilen für die S-Klasse von DaimlerChrysler zu automatisieren, konnte nur solch ein Roboter eine beschädigungsfreie Oberfläche der Stoßfänger garantieren. Entstünden dabei Kratzer, wäre eine saubere Lackierung ausgeschlossen.
Realisation / Lösung
Entnahme aus einer Spritzgussmaschine
Entnahme aus einer Spritzgussmaschine
Dynamit Nobel entschied sich in Pappenheim für einen über Kopf hängenden KUKA-Roboter KR 150 L110. Damit „arbeiten“ acht der fast 50 von Dynamit Nobel genutzten KUKA-Roboter allein in diesem Werk. Der Roboter entleert die Spritzgießmaschine und setzt den Stoßfänger in eine Übergabestation. Diese verwendet Dynamit Nobel zum Abtrennen des Angusses, als Zwischenpuffer und zum Auffangen der ersten großen Schwindung beim Kühlen. Während der genannte Stoßfänger in der Station verweilt, greift der KR 150 L110 einen fertigen, 5.830 g wiegenden Stoßfänger aus einer Vibrationsschweißanlage und legt ihn auf das Förderband, das ihn aus der Zelle transportiert. Dann nimmt er je ein Seiten- und Innenschweißteil für die rechte und linke Seite eines Stoßfängers von der zuführenden Fördertechnik und setzt die Bauteile in die Vibrationsschweißanlage ein. Anschließend holt er den inzwischen vom Anguss befreiten Stoßfänger und übergibt ihn ebenfalls an die Anlage. Die verschweißt ihn durch die hohe Temperatur, die aufgrund von Vibrationen entsteht, mit den Seiten- und Innenteilen. Parallel zu diesem Prozess nimmt der KR 150 L110 schon wieder einen Stoßfänger aus der Spritzgießmaschine und legt ihn in die Übergabestation.

Für das Handling nutzt der Roboter einen pneumatischen Greifer mit verschiedenen Vakuumkreisen. Mit Hilfe einer implementierten Vakuumkontrolle prüft die Robotersteuerung, die über eine standardisierte E12-Schnittstelle mit der Steuerung der Spritzgießmaschine und mit der Peripherie kommuniziert, ob alle Kreise genügend Vakuum aufbauen.

Systemkomponenten / Auftragsumfang
  • KUKA-Roboter KR 150 L110
  • PC-basierende KUKA-Robotersteuerung einschließlich Control Panel mit vertrauter Windows-Oberfläche
  • pneumatischer Greifer mit verschiedenen Vakuumkreisen
  • die zu- und abführende Fördertechnik
  • Sensorik
  • Übergabestation
  • Roboterprogrammierung
  • Inbetriebnahme

 

Lieferung durch den KUKA-Systempartner DAT Automatisierungstechnik GmbH, Pappenheim.

    Ergebnis/Erfolg
    • Gestiegene Produktivität

      Aufgrund der Umstrukturierung profitiert Dynamit Nobel von einem minimierten Personalaufwand und gleichzeitig von einer spürbar gestiegenen Produktivität, die auf der kürzeren Entnahmezeit beruht. Außerdem bietet der Roboter schon standardmäßig eine hohe Tragfähigkeit, die bei Lineargeräten nur durch Sonderkonstruktionen erreichbar wäre. Überdies hat ein Knickarmroboter genügend Kraft, um das im Werkzeug schwindende Spritzgussteil ohne Entnahmehilfen aus der Maschine zu holen.


    • Hohe Qualität

      Durch seine Wiederholgenauigkeit und sein feingefühliges Handling erzielt der Roboter eine hohe Qualität.


    • Beachtliches Beschleunigungsvermögen

      Aufgrund seines beachtlichen Beschleunigungsvermögens erreicht der KR 150 L110 die von Dynamit Nobel geforderte Zykluszeit von 78,7 s für einen ganzen Durchlauf bzw. eine Leistung von 45 Teilen pro Stunde.


    • Lange Reichweite

      Der Roboter erzielt mit seiner 400 mm langen Armverlängerung eine Reichweite von 3,5 m. Da er an einer Lineareinheit hängt, die von der Robotersteuerung als siebte Achse bewegt wird, vergrößert sich die Reichweite entsprechend.


    • Große Flexibilität

      Ein Knickarmroboter ist hinsichtlich anderer Automatisierungsaufgaben flexibler als ein Lineargerät, vor allem wenn es um grundsätzliche Änderungen geht.


    • Geringerer Wartungsaufwand

      Für den Roboter spricht auch ein erheblich geringerer Wartungsaufwand, der aus seinen gekapselten Führungen resultiert.


    • Schnelle Amortisation

      Im Hinblick auf die Amortisationszeit für die neue Gesamtanlage, inklusive der Spritzgießmaschine, geht Dynamit Nobel von zwei Jahren und drei Monaten aus.
    Nummer des Berichtes
    R 229
    Branche
    Automobilzulieferer
    Gummi, Kunststoff
    Anwendung
    Handling & be,-entladen
    Kunststoff- verarbeitungsmaschinen
    Sonstige Handhabungsoperationen
    Produkt
    Roboter
    Hohe Traglast (100-240 kg)
    Konsolroboter
    Steuerung
    KR C (Robot Controller)
    Kunde
    Dynamit Nobel AG, Pappenheim, Deutschland

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