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Roboterpark im Karosseriebau

   
Ausgangslage / Aufgabenstellung
Im Karosseriebau des Ford-Werkes Köln-Niehl müssen sich die Roboter zur Fertigung jeder möglichen Variante des Fiesta eignen. Darüber hinaus sollen sie in der Lage sein, zwei verschiedene Unterböden parallel zu fügen und gleichzeitig einen weiteren in die Linie einzufädeln. Durch das parallele Einfädeln will Ford die Produktion jeweils während des laufenden Betriebs umstellen können und ein „Abschalten“ der Fertigung vermeiden. Zudem soll aufgrund der hundertprozentigen Flexibilität die Reihenfolge und die Mengenverteilung im Hinblick auf die möglichen Versionen der Fiesta-Modelle vollkommen variabel gestaltet und die Fertigung noch schneller auf die Wünsche der Kunden ausgerichtet werden können.
Realisation / Lösung
Roboterpark im Karosseriebau
Roboterpark im Karosseriebau
Um die genannten Ziele zu erreichen, setzt Ford 260 KUKA Roboter KR 150 und KR 250 ein. Ein Beispiel aus deren breit gefächertem Einsatzspektrum sind die In-Line-Messanlagen, in denen unter anderem insgesamt elf mit Laser-Messsystemen ausgerüstete Roboter lückenlos sämtliche Unterböden überprüfen. Somit ist entsprechend der Anlagenkonzeption volle Flexibilität gewährleistet. Abgesehen von der hundertprozentigen Kontrolle hat das Verfahren deutliche Vorteile hinsichtlich der Messgenauigkeit, denn die optoelektronischen Sensoren der Messroboter arbeiten mit Toleranzen von knapp einem zehntel Millimeter. Außerdem erkennen die Messroboter selbständig, welches Modell sie jeweils überprüfen und wo der Sensor anzusetzen ist.

Die Flexibilität der Roboter ist auch in der Pressenlinie gefragt. Damit die Umstellung von einem Pressteil auf das nächste besonders schnell und exakt erfolgt, sind dort automatische Greiferwechsel vorgesehen. Die KUKA Roboter setzen pro Tag über 2,3 Millionen Schweißpunkte sowie 100.000 Schweißbolzen und tragen mehr als 7.500 Meter Klebenaht auf. Die Arbeiten erledigen sie schnell und mit hoher Wiederholgenauigkeit.

Neben den Füge- und Handlingarbeiten versiegeln die Roboter die Bördelflansche der noch nicht montierten Türen mit einer abdichtenden Masse. Die Automatisierung dieses Arbeitsschrittes erlaubt einen präziseren und gleichmäßigeren Auftrag des speziell entwickelten Klebstoffs.

Systemkomponenten / Auftragsumfang
KUKA ist der verantwortliche Anlagenhersteller für den kompletten Unterbodenbereich inklusive Vorderbau.
Ergebnis/Erfolg
  • Mehr Präzision

    Die moderne Robotertechnologie garantiert auch, dass die Spaltmaße an den Türen und am Kofferraumdeckel der Fiesta-Modelle auf 3,5 mm reduziert werden. Das sind zehn Prozent weniger als beim wichtigsten Mitbewerber im selben Marktsegment. Dies ist möglich, da die Roboter die Türen automatisch einsetzen und die Fahrzeuge, und auch die als Aufnahmevorrichtungen dienenden Transportpaletten, während der Produktion die In-Line-Messanlagen passieren.


  • Schweißqualität erhöht

    Da Ford permanent an einer Erhöhung der Schweißqualität arbeitet, verwendet es außer pneumatischen auch elektromotorische Punktschweißzangen. Beim elektromotorischen Punktschweißen durch Roboter sind die Schließbewegungen der Zange genau definierbar, woraus ein weicher Druckaufbau resultiert. Zudem ergeben sich längere Elektrodenstandzeiten, eine eindeutigere Werkstückerkennung, kürzere Taktfrequenzen und eine geringere Lärmentwicklung.


  • Hohe Verfügbarkeit

    KUKA gewährleistet eine Gesamtverfügbarkeit von mehr als 85 Prozent. Die Einsatzbereitschaft der Roboter selbst beträgt über 99,99 Prozent. In den Pressenlinien, wo ebenfalls KUKA Roboter eingesetzt werden, arbeiten die Augsburger zusätzlich mit Fernwartung.


  • Leasing der Anlagen

    50 Prozent der neuen Anlagen hat Ford geleast. Hiervon verspricht sich das Unternehmen eine noch bessere Partnerschaft mit den Lieferanten, schließlich bestehen nun gemeinsame Interessen, die Anlagen mit dem höchstmöglichen Nutzungsgrad zu betreiben. Obendrein bleiben die Finanzmittel für die Entwicklung künftiger Modelle erhalten.
Nummer des Berichtes
R 004
Branche
Automobilhersteller
Anwendung
Handling & be,-entladen
Messen, Testen und Prüfen
Sonstige Handhabungsoperationen
Schweißen und Löten
Punktschweißen
Lackieren, Oberfläche behandeln
Klebe- und Dichtmittelauftrag
Produkt
Roboter
Hohe Traglast (100-240 kg)
Steuerung
KR C (Robot Controller)
Kunde
Ford AG, Köln, Deutschland

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