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Wechseln von Fräswerkzeugen

 
Ausgangslage / Aufgabenstellung
 

Wegen gestiegener Produktionszahlen entschied sich TRUMPF Maschinen Austria, die Rahmen und Pressbalken von Abkantpressen mit Hilfe eines Horizontalbearbeitungszentrums zu fertigen und die bisherige Fräsmaschine zu ersetzen. Gleichzeitig sollte eine Roboterzelle die Arbeit des bislang genutzten konventionellen Werkzeugwechslers übernehmen.  Von dem Roboter verlangte das Unternehmen vor allem Wiederholgenauigkeit und Prozesssicherheit.
 
 
Realisation / Lösung
 
Wechseln von Fräswerkzeugen
Wechseln von Fräswerkzeugen

Für das Handling in der vollautomatischen Roboterzelle ist ein KUKA Roboter KR 125 L 100 zuständig. Der Roboter, der über eine Tragfähigkeit von 100 Kilogramm und eine Reichweite von knapp drei Meter einschließlich seiner Armverlängerung verfügt, setzt pro Tag 150 bis 200 Werkzeuge in die Frässpindeln des Bearbeitungszentrums ein. Im jeweils selben Takt nimmt er das zuvor genutzte Werkzeug aus der betreffenden Spindel. Außerdem »verwaltet« er rund 200 verschiedene Fräs- und Bohrwerkzeuge im Regal der Zelle. Die Werkzeuge sind bis zu 700 Millimeter lang und 25 Kilogramm schwer. Ihr maximaler Durchmesser beträgt 400 Millimeter.

Bevor die Werkzeuge an die Roboterzelle übergeben werden, vermisst sie ein Mitarbeiter. Die Werte werden auf einem Datenchip gespeichert, der auf der Werkzeugaufnahme angebracht ist. Dann liest der Mitarbeiter den Code des Werkzeugs in die Datenbank des Horizontalbearbeitungszentrums ein. Anschließend legt er das Teil in die Schleuse der Zelle, deren drehbarer Wechseltisch bis zu acht Werkzeuge aufnehmen kann. Anhand des Codes erkennt der Roboter den für das Teil vorgegebenen Lagerplatz. Danach greift er das Werkzeug und sortiert es in das Regal ein.

Sobald das Bearbeitungszentrum ein anderes Werkzeug benötigt, erteilt dessen Steuerung den entsprechenden Befehl an die Robotersteuerung. Der  KR 125 L 100 holt das Werkzeug daraufhin mit seiner Doppelgreiferzange aus dem Regal und fährt in eine Warteposition. Wenn die Schutztür, die den Roboter von der Maschine trennt, aufgegangen ist, setzt er das Werkzeug in eine Frässpindel ein. Insgesamt sind für diese Anlage drei Spindeln mit variierenden Bauformen und Maßen notwendig. Daher muss der Roboter die Werkzeuge auf unterschiedliche Weise austauschen. In eine der Spindeln führt er sie senkrecht von unten, in die beiden anderen waagerecht ein. Ist ein Werkzeug beschädigt, sortiert er es direkt auf den Wechseltisch der Schleuse aus.

 
 
Systemkomponenten / Auftragsumfang
 

  • KUKA Roboter KR 125 L100
  • PC-basierende KUKA Robotersteuerung einschließlich Control Panel mit vertrauter Windows-Oberfläche
  • hydraulische Doppelgreiferzange
  • Roboterprogrammierung
  • Regal
  • Wechseltisch
  • Sicherheitseinrichtungen
  • Inbetriebnahme

 

Lieferant des kompletten Horizontalbearbeitungszentrums war Waldrich Coburg. Die dazugehörige Roboterzelle wurde von der Demmeler Automatisierung und Roboter GmbH, Heimertingen bei Memmingen, entwickelt und hergestellt. Demmeler ist langjähriger KUKA Systempartner.

 
 
Ergebnis/Erfolg
 

Hohe Wiederholgenauigkeit und Prozesssicherheit

Der Roboter erreicht eine hohe Wiederholgenauigkeit und Prozesssicherheit und vermeidet damit Schäden an der Fräsmaschine. Die Präzision ist deshalb so wichtig, weil jedes Werkzeug mit einer KSK 100-Aufnahme, also einem Hohlschaftkegel, versehen ist, der eine besonders exakte Wechselposition voraussetzt.

Kurze Zykluszeit

Die kurze Zykluszeit des Roboters liegt unter der eines herkömmlichen Werkzeugwechslers.

Außergewöhnliche Flexibilität

Der Roboter steht auch für außergewöhnliche Flexibilität, wie sie »normale« Maschinen systembedingt nicht bieten können. Dadurch lässt er sich problemlos neuen Aufgaben anpassen, falls der Betreiber dies später, beispielsweise aufgrund geänderter Produktionsbedingungen, wünschen sollte.

 
 
 
 
 
Nummer des Berichtes
 
R 264
 
Branche
 
Metallprodukte
 
Anwendung
 
Handling & be,-entladen
Handhaben an anderen Maschinen
Messen, Testen und Prüfen
Sonstige Handhabungsoperationen
Montieren
Einlegen, Bestücken
 
Produkt
 
Hohe Traglast (80-270 kg)
 
Kunde
 
TRUMPF Maschinen Austria GmbH & Co KG, Pasching Österreich
 

 
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